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Waldmeister-Panna-Cotta-Tarte mit Erdbeeren

Avatar of Caro Caro - 28. April 2014 - Süße Schätze

Kulinarisch gesehen beginnt gerade – kurz vor dem 1. Mai – eine absolute Wonnezeit für mich. Mein täglicher Frühstückshirseporridge sah in den letzten Wochen mit dem vorhandenen “saisonalen” Obst ein bisschen traurig drein. Zum Glück ist diese trostlose Zeit ab jetzt vorbei. Nun zaubern mir jeden morgen die ersten einheimischen Erdbeeren ein breites Lächeln ins Gesicht. Dem aufmerksamen Leser ist sicherlich nicht entgangen, dass ich eine große Liebe zu Beerenfrüchten aller Art hege.

Beim Waldspaziergang am Wochenende stieg mir dann ein ganz besonderer betörender Duft – der glückstrunken macht – in die Nase: Waldmeister – auch “ Wohlriechendes Labkraut”, Herzfreund oder Maiblume genannt. In der Tat ist Waldmeister ein Genuss der besonderen Art, an dem man sich laben kann.

Die meisten von Euch kennen Waldmeister bestimmt nur in Verbindung von Maibowle, knallgrünen Sirup für Berliner Weiße oder als Brausepulver. Mit Waldmeister kann man aber auch auf natürliche Weise sehr vielseitig backen oder kochen. Heiße Flüssigkeiten wie Milch oder Sahne könnt Ihr mit dieser unvergleichlichen Note aromatisieren, in dem Ihr, den Waldmeister wie eine Tasse Tee darin ziehen lässt.

Im Mörser zerkleinerter Waldmeister und Zucker zaubern im Handumdrehen aromatisierten Zucker, den Ihr zum Kochen oder Backen kreativ einsetzen könnt. Eine weitere Art das Waldmeisteraroma zu “konservieren” ist das Kochen von Sirup, der frei von Farbstoffen und somit nicht grün ist. Nach dem Pflücken wird der Waldmeister gewaschen und getrocknet. Dann lässt man ihn einen Tag absichtlich welken. Hierbei setzt das Kraut Cumarin frei, welches den charakteristischen Waldmeistergeruch verursacht. Dieser Prozess intensiviert das einzigartige Waldmeisteraroma. Übrigens: Cumarin beschwingt leicht und hilft in geringer Dosierung bei Kopfschmerzen und Migräne. In höherer Dosierung kann Waldmeister jedoch auch gegenteilig wirken und Kopfschmerzen verursachen. Am besten zum 1. Mai nicht zu tief ins Glas der Waldmeisterbowle schauen, sonst brummt der Kopf nicht nur durch den zu vielen Alkohol … ;-)

Hier findet Ihr meine Waldmeisterrezepte vom letzten Jahr.

Nachdem ich mir ein kleines Bündel gepflückt hatte, schwebte mir sofort eine neue Tarteidee im Kopf herum. In dieser küsst cremiges Waldmeister-Panna-Cotta knusprigen Teig und aromatische Erdbeeren. “Herzfreund” ist in der Tat ein treffender Begriff dafür. Einfach zum “Laben” gut!

So wird die Tarte gebacken:

Waldmeister-Panna-Cotta-Tarte mit Erdbeeren

Zutaten für eine rechteckige Tarteform mit 35 x 11 cm
Teig

55 g kalte Butter
1 Bio-Eigelb (Größe M)
15 g Puderzucker
125 g Mehl, z.B. Dinkelmehl 630
½ EL Wasser
½ TL gemahlene Vanille
1 Prise Salz

Backpapier und trockene Hülsenfrüchte zum Blindbacken

Füllung bzw. Panna Cotta
300 ml Sahne
170 ml Buttermilch
50 g Rohrzucker
3 Blatt Bio-Gelantine
1 kleines Bund Waldmeister, gewaschen, getrocknet und einen Tag lang “gewelkt”
½ TL gemahlene Vanille
1 EL Zitronensaft

400 g frische Erdbeeren
Waldmeister zum Dekorieren

Zubereitung
Die Zutaten für den Teig in einer Schüssel rasch zu einem Mürbteig verkneten. Diesen in eine Frischhaltefolie wickeln und etwa eine halbe bis eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen.

Den Backofen auf 200° C Ober-Unterhitze vorheizen. Den Teig auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche ausrollen und die Backform damit passend auskleiden. Ein Stück Backpapier auf den Teig legen und die getrockneten Hülsenfrüchte in der Form für das Blindbacken verteilen. Den Boden nun 15 Minuten auf mittlerer Schiene vorbacken. Den Teigboden nach der Backzeit aus dem Ofen holen. Das Backpapier und die Hülsenfrüchte entfernen und den Boden in der Form auskühlen lassen.

Von der Sahne 100 ml abmessen, steif schlagen und kalt stellen. Restliche Sahne und Rohrzucker in einem kleinen Topf erhitzen, den Waldmeister hinzugeben und mit geschlossenem Topfdeckel 10 Minuten ziehen lassen. Gelantineblätter in etwas kaltem Wasser einweichen lassen. Die Sahne durch ein Sieb in eine Schüssel gießen und somit den Waldmeister auffangen. Die Gelantine ausdrücken und unter Rühren zur aromatisierten Sahne geben. Die Vanille, den Zitronensaft und die Buttermilch hinzu geben und auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.

Wenn die Masse abgekühlt ist, die geschlagene Sahne unterziehen, auf den Tarteboden geben und etwa für 2–3 Stunden in den Kühlschrank stellen. Die Erdbeeren waschen, trocknen, verlesen, Grün und Strunk entfernen und längs in Scheiben schneiden. Die Tarte mit den Erdbeerstücken und etwas Waldmeister bzw. -blüten dekorieren.


Ein kleiner Nachtrag:
Ich wurde gefragt, wann man Waldmeister am besten ernten sollte: vor, während oder nach der Blüte. Dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen: eine besagt, dass Kräuert in der Blühzeit geerntet werden sollen. Andere sagen, dass es besser ist, die Triebe vor der Blüte zu ernten. Denn mit der Blütenanzahl würde der Cumarin-Gehalt ansteigen – zu viel Cumarin kann Kopfschmerzen verursachen.

Ich versuche die Triebe möglichst ohne Blüte zu pflücken. Wenn die Triebe bereits Blüten haben, suche ich Blütenknospen oder sehr kleine, frische Blüten. Je nach Wetterlage ist es oftmals schwierig Waldmeister ohne Blüten zu finden, da die Blüten sehr schnell austreiben. Wenn Ihr die Dosierung eher gering haltet, braucht Ihr Euch um den Cumaringehalt keine Gedanken zu machen. Man braucht von Waldmeister meistens nicht viel, denn wenn er “richtig” verarbeitet wird, ist er sehr aromatisch und geschmackintensiv …

Falls jemand von Euch zu diesem Thema etwas anderes weiss, könnt Ihr mir gerne schreiben!

Herzensgrüße,
Caro ♥

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7 comments

Die Glücklichmacherei

29. April 2014

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jessas! deine tarte ist ja bildhübsch! ich liiiiebe erdbeeren. zu waldmeister habe ich gar kein verhältnis - kenne ich nämlich gar nicht. also, ich weiß was es ist, aber bei uns ist das weder verbreitet noch bekannt, noch beliebt. ich werd mich mal schlau machen, deine rezepte klingen ja spannend! alles liebe nadin


Viola

29. April 2014

-)))

Ich liiiiiebe Erdbeeren und ich freu' mich so, dass es sie endlich wieder aus einheimischen Gefilden gibt! Tausend Dank fürs Teilen dieser genialen Rezeptidee!


Frau Herzblut

29. April 2014

-:

Herzlichen Dank, liebe Marie! ♥ Schau mal hier: amzn.to/1iwRvIf


-,,

Oh die Tarte sieht ja genial aus! Von wo hast du denn die wunderschöne eckige Tarteform? Liebe Grüße Marie von Schätze aus meiner Küche


Frau Herzblut

29. April 2014

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Hallo liebe Lisa, hab lieben Dank! Oh ja … darauf hätte ich jetzt auch Lust mit Dir an einer Kaffeetafel zu sitzen. Die Form ist wirklich sehr gut, da sie einen losen Hebeboden besitzt. Liebe Grüße, Caro ♥ P.S. Schau mal hier: amzn.to/1iwRvIf



Lisa

29. April 2014

Leckeeeeer..!

Wow, absolut toll! Das sieht so wunderschön und lecker zugleich aus :) Ach, wie gerne säße ich jetzt mit dir an einem gedeckten Kaffeetischchen und würde diese Tarte genießen! PS: Wo hast du die tolle, längliche Tarteform her? Ich suche schon seit Ewigkeiten danach! Liebe Grüße, Lisa


Julia

29. April 2014

-

Wie wundervoll! Davon hätte ich jetzt auch gerne ein Stück … Die Bilder sind absolut umwerfend!