Frau Herzblut Foodblog

Frau Herzblut Blog

White Christmas | Cranberry-Rosmarin-Torte

Avatar of Caro Caro - 24. December 2014 - Süße Schätze

Heute ist es nun so weit – der Heilig Abend ist da. Während das Festtagsessen schon fleißig vor sich hin köchelt, erklingt vom Plattenteller die samtige Stimme von Bing Crosby und gibt “White Christmas” zum Besten. Das lässt auch selbst Herrn Herzblut zum Schmelzkäse werden und versetzt uns in schöne romantische Weihnachtsstimmung. Bei dem Blick aus dem Fenster ist allerdings weit und breit nichts Weißes zu entdecken.

Mit der weißen Weihnacht ist das ja so eine Sache. Denn, was viele nicht wissen, ist die Vorstellung von weißer Weihnacht eigentlich ein Mythos. Selbst früher war an Feiertagen Schnee eher von Seltenheit. Hierzulande ist der Dezember statistisch gesehen der dunkelste und nebeligste Monat des Jahres. Somit ist die Wahrscheinlichkeit, dass Regen als Schnee fällt, viel höher. In Mitteleuropa rührt dieses Klischee offenbar von alten Postkarten her. Die Klimaforscherin Martine Rebetez hat entdeckt, dass die Darstellungen von gedeckten Schneedecken ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aufkamen. Diese idealisierten Motive von beispielsweise Weihnachtsmännern, die auf Schnee bedeckten Dächern sitzen und im Hintergrund die weiß verschneite Dorfidylle mit Vollmond zu sehen ist, sind wahrscheinlich durch das winterliche Neuengland in den USA oder das Schweizer Hochgebirge inspiriert. Denn dort liegt an Weihnachten fast immer Schnee. Durch das Versenden der Postkarten sind diese romantisierten Vorstellung immer weiter verbreitet worden und beliebter geworden. Leider werden wir durch die Klimaerwärmung immer seltener weiße Weihnachten erleben.

Wahrscheinlich sind der trübe Dezember und der Mangel an Schnee die Gründe, warum ich vorwiegend weiße, helle und freundliche Weihnachtsdekoration liebe. So erstrahlt unser Tannenbaum auch dieses Jahr mit weißen und silbernen Schmuck und der Tisch ist feierlich in Weiß gedeckt. Zur Feier des Tages darf selbstverständlich kein Törtchen fehlen. Dieses hat sich ebenfalls mit einem weißen hübschen Kleid umhüllt und mit Zucker gefrosteten Cranberries dekoriert. Eine dezente Rosmarin- und Kardamom-Note sorgen für den weihnachtlich-würzigen Geschmack.

White Cranberry Christmas Cake mit Rosmarin & Kardamom

Zutaten für eine Torte mit 13 cm Durchmesser und 3 Schichten
3 Bio-Eier
65 g Rohrohrzucker
50 g Butter, zimmerwarm
50 ml Milch
1 kleinen TL frisch gemahlene Kardamomkapseln
1/2 EL Rosmarinnadeln, fein gehackt
150 g Dinkelmehl, Typ 630
30 g gemahlene Mandeln
2 TL Weinsteinbackpulver
1 Prise Salz

Zutaten für die Füllung und das Frosting
200 g geschlagene Sahne
300 g Mascarpone, zimmerwarm
1 Päckchen Bio-Sahnestand
3 EL Bio-Vanillezucker
4 EL (selbsteingekochtes)Cranberrypüree – ersatzweise Cranberry- oder Preiselbeermarmelade
auf Wunsch: 2 EL braunen Rum

Zutaten für das Cranberrypüree
150 g Cranberries
85 ml Wasser
2 EL Rohrohrzucker

Für die Dekoration
Cranberries
feinen, weißen Zucker
1 EL Eiweiß
1 EL Wasser

Zubereitung
Für das Cranberrypüree Cranberries und Rohrohrzucker in einem Topf zum Kochen bringen. Etwa 5–10 Minuten auf kleiner Hitze kochen lassen bis alle Früchte aufgeplatzt sind und geleeartig eindicken. Fein pürieren, durch ein Sieb streichen (um Fasern und Kerne auszusieben) und auskühlen lassen.

Backofen auf 175 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. In einer großen Schüssel Eier und Rohrohrzucker hellschaumig schlagen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Milch, pulverisierten Kardamom und Rosmarin hinzugeben und weiterschlagen. Mehl mit Salz, Weinsteinbackpulver und Mandeln vermischen und unter die Eimasse heben. Der Teig sollte cremig sein. Den Teig auf 3 gleiche Portionen aufteilen – ich wiege die Portionen immer genau ab. Da ich nur zwei passende Kuchenformen besitze, backe ich die Böden in zwei Durchgängen. Die Böden werden durch einzelne und kürzere Backdurchgänge saftiger, statt sie als einen hohen Teigboden lange zu backen. Die Böden von zwei runden Kuchenformen (Durchmesser 13 cm) gut einfetten und mit etwas Mehl bestäuben. Die Tortenböden nacheinander im Backofen für etwa 18–20 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen testen, ob die Böden fertig sind. Die Böden auf einem Rost auskühlen lassen.

In einer weiteren Schüssel Mascarpone und Vanillezucker vorsichtig zu einer glatten, glänzenden Masse verrühren. Die Sahne mit dem Sahnestand steif schlagen, portionsweise unterheben und für etwa eine halbe bis eine Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Torte zusammensetzen
Bevor ich eine Torte zusammensetze, lege ich die Böden erst einmal probeweise übereinander. Dabei wird der oberste Boden mit Unterseite nach oben gelegt, damit diese schön gerade wird. Wenn die Böden schief übereinander liegen, einfach störende Stücke mit einem Messer abschneiden und begradigen. Für diese Torte könnt Ihr je nach persönlicher Vorliebe jeden Boden mit etwas Rum o.ä. beträufeln. Den untersten Boden erst mit Cranberrypüree dann mit Mascarponecreme bestreichen, den nächsten Boden vorsichtig darauf setzen. So fortfahren bis alle 3 Böden zusammengesetzt sind. Mit einer Palette eine dünne Schicht Mascarponecreme auf der Tortenoberfläche und auf den Rändern verteilen. Dabei Unebenheiten und eventuelle Löcher ausgleichen. Dadurch werden alle losen Krümel eingeschlossen. Die Torte für eine halbe Stunde in den Kühlschrank stellen. Jetzt eine 2. dickere Schicht Frosting auf der Torte mit einer Palette verteilen. Dabei die Palette immer wieder in heißes Wasser tauchen, abtrocknen und glatt ziehen. Die Ränder dürfen bei dieser Torte gerne gewollt natürlich und uneben aussehen. Die restliche Creme in einen Spritzbeutel mit Blütentülle füllen und Blütentuffs auf der Torte verteilen. Einen Esslöffel Eiweiß mit einem Esslöffel Wasser vermischen, die frischen Cranberries damit befeuchten und im feinen Zucker wälzen und auf der Tortemitte verteilen.

Um in eine weiße Weihnachtsstimmung zu kommen, verrate ich Euch zu guter Letzt noch meine 3 Lieblingsvintageweihnachtsfilme, die einen richtig schön schwelgen und träumen lassen.

Holiday Inn (1942)
… SW-Film mit Bing Crosby & Fred Astaire – hier singt Bing Crosby erstmals “White Christmas”. Den Song komponierte Irving Berlin bereits im Jahr 1940. Am 25. Dezember 1941 stellte Bing Crosby den Song erstmals öffentlich in seiner NBC-Radioshow vor. Im darauffolgenden Jahr, 1942, nahm er ihn im Studio auf.

Meet me in St. Louis (1944)
Ein absoluter Klassiker mit Judy Garland, der auch allen “Sex an the City”-Fans geläufig sein dürfte. In dem romantischen Musikfilm singt Judy “Have yourself a merry little Christmas” … Seufz!

White Christmas (1954)
Eine Neuauflage von “Holiday Inn” mit Bing Crosby und Rosemary Clooney aus der auch die bekannte Version von “White Christmas” stammt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch allen ein zauberhaftes (weißes) Weihnachtsfest mit entspannten Feiertagen im Kreise Eurer Lieben!


Herzensgrüße,
Caro ♥

Comments are disabled for this post.

5 comments

angie

20. January 2015

http://bastelangie.blogspot.de/2015/01/ich-wollte-es-ware-fruhling.html

liebe caro, was für tolle bilder und rezepte!!!

nur schade, daß ich die nicht verfolgen kann, bei google+ bin icht nicht!!!

alles liebe von angie


Frau Herzblut

02. January 2015

---

Liebe Yvonne, der Rosmaringeschmack ist nur sehr dezent und gibt der Torte eine leicht erdige und interessantere Note. In meinem Fundus habe ich ein Rezept für Rosmarin-Zitronen-Cupcakes, wo das Rosmarinaroma mehr hervor kommt. Ich liebe dieses Rezept, denn viele Kräuter schmecken auch in süßer Form sehr köstlich: goo.gl/AWFTCH Dabei denke ich auch oft an diese leckeren, süßen Calzone mit Chianti-Trauben und Rosmarin, die wir in der Toskana kennen gelernt haben. Liebe Grüße, Caro


Yvonne

02. January 2015

Wie schmeckt Rosmarin im Kuchen? Merkt man es überhaupt?

die Torte ist fast zu schön um anzuschneiden. Fast! Aber ich würde.

 

Y.


Frau Herzblut

27. December 2014

-

Herzlichen Dank, meine liebste Leonie! ♥


Leonie

24. December 2014

-

Einfach traumhaft wunderschön! Merry Christmas!